Als Single verbraucht man deutlich weniger Energie als ein Mehrpersonenhaushalt. Dennoch zahlen viele Alleinstehende zu viel für Strom und Gas, weil sie im falschen Tarif stecken. Wir zeigen, wie Sie durch den gezielten Anbieterwechsel mit speziellen Single-Tarifen bares Geld sparen.
In Deutschland leben immer mehr Menschen allein. Ob Studierende, junge Berufstätige oder Senioren – der Single-Haushalt ist längst ein gesellschaftliches Standardmodell geworden. Doch beim Blick auf die Strom- und Gasrechnung zeigt sich oft eine überraschende Ungerechtigkeit. Obwohl Alleinstehende naturgemäß deutlich weniger Energie verbrauchen als Familien oder Wohngemeinschaften, sind ihre relativen Energiekosten oft unverhältnismäßig hoch. Das liegt in den meisten Fällen an der Tarifstruktur der Energieversorger, die auf Durchschnittshaushalte mit drei bis vier Personen ausgelegt ist. Wer sich nach dem Einzug in die erste eigene Wohnung nie aktiv um einen Strom- oder Gasvertrag gekümmert hat, landet automatisch in der teuren Grundversorgung des örtlichen Anbieters. In dieser Grundversorgung sind sowohl die Arbeitspreise als auch die monatlichen Grundgebühren meist auf einem sehr hohen Niveau angesiedelt, was gerade bei geringem Verbrauch die Haushaltskasse spürbar und völlig unnötig belastet.
Um die Ersparnispotenziale für Singles zu verstehen, muss man die Zusammensetzung der Energiekosten betrachten. Die Strom- und Gasrechnung teilt sich im Wesentlichen in zwei Komponenten auf: den monatlichen Grundpreis und den verbrauchsabhängigen Arbeitspreis pro Kilowattstunde. Für einen Single-Haushalt, der im Jahr beispielsweise nur 1.500 Kilowattstunden Strom und 5.000 Kilowattstunden Gas benötigt, ist der Grundpreis der entscheidende Hebel. Ist dieser fixierte monatliche Betrag sehr hoch, macht er einen überproportional großen Anteil an den Gesamtkosten aus. Selbst wenn der Single extrem sparsam lebt und kaum Energie verbraucht, bleibt die Rechnung durch die hohe Grundgebühr teuer. Spezielle Tarife für Geringverbraucher setzen genau hier an. Sie reduzieren den Grundpreis auf ein Minimum, während der Arbeitspreis etwas höher ausfallen darf. Da die verbrauchte Menge an Kilowattstunden ohnehin gering ist, fällt der leicht höhere Arbeitspreis kaum ins Gewicht, während die Ersparnis durch die niedrige Grundgebühr sofort spürbar wird.
Beim Vergleich von Strom- und Gastarifen sollten Singles nicht einfach nur auf den vermeintlich günstigsten Gesamtpreis auf Vergleichsportalen schauen. Es ist wichtig, die Tarifdetails genau zu analysieren und den eigenen Jahresverbrauch als realistische Basis anzugeben. Wer seinen Verbrauch nicht kennt, kann sich an Richtwerten orientieren: Für einen Single im Mehrfamilienhaus gelten etwa 1.200 bis 1.500 Kilowattstunden Strom pro Jahr als normal, bei der Warmwasserbereitung über Strom etwas mehr. Beim Gas liegt der Richtwert für eine kleinere Wohnung meist zwischen 4.000 und 7.000 Kilowattstunden. Bei der Tarifsuche sollte gezielt nach Angeboten mit niedriger Grundgebühr gefiltert werden. Zudem gilt es, auf verbrauchsunabhängige Paket-Tarife zu verzichten. Diese Pakete versprechen oft günstige Konditionen für eine feste Menge an Energie, doch wer weniger verbraucht, zahlt trotzdem den vollen Paketpreis und erhält am Jahresende kein Geld zurück. Flexibilität und Transparenz sind hier die deutlich besseren Ratgeber für ein faires Angebot.
Ein weiterer wichtiger Faktor beim Anbieterwechsel sind die sogenannten Neukunden- und Sofortboni. Viele Energieversorger werben mit attraktiven Wechselprämien, die einmalig im ersten Vertragsjahr verrechnet oder ausgezahlt werden. Für einen Single-Haushalt mit ohnehin geringen Energiekosten können diese Boni einen enormen Unterschied machen. Eine Prämie von beispielsweise 150 Euro reduziert die effektiven Jahreskosten eines Singles prozentual weitaus stärker als die einer Großfamilie, die jährliche Energiekosten im vierstelligen Bereich hat. Allerdings ist hier auch Vorsicht geboten: Manche Tarife werden im zweiten Jahr, wenn die Boni wegfallen, drastisch teurer. Singles sollten daher entweder Tarife mit einer klaren Preisgarantie wählen, die auch ohne Bonus dauerhaft günstig sind, oder sich darauf einstellen, den Anbieter nach Ablauf der Erstvertragslaufzeit erneut zu wechseln. Ein regelmäßiger Wechsel im Ein- oder Zweijahresrhythmus ist heutzutage mit minimalem Aufwand verbunden und sichert dauerhaft die besten Konditionen.
Viele Menschen scheuen den Wechsel des Strom- oder Gasanbieters, weil sie befürchten, im Zuge des Übergangs plötzlich ohne Energie dazustehen oder sich mit komplizierter Bürokratie auseinandersetzen zu müssen. Diese Sorge ist jedoch völlig unbegründet. In Deutschland ist der reibungslose Übergang gesetzlich streng geregelt. Der neue Anbieter übernimmt in der Regel sämtliche Formalitäten für Sie, einschließlich der Kündigung beim alten Versorger. Sie müssen lediglich Ihre Zählernummer, den aktuellen Zählerstand und Ihre Kundennummer bereithalten. Eine physische Unterbrechung der Strom- oder Gaszufuhr ist technisch unmöglich, da die physische Infrastruktur und die Leitungen weiterhin vom lokalen Netzbetreiber instand gehalten werden. Selbst im unwahrscheinlichsten Fall einer Verzögerung beim Wechsel springt sofort die gesetzliche Grundversorgung ein. Es gibt also kein Risiko – wohl aber das Potenzial, jedes Jahr mehrere hundert Euro zu sparen, die man als Single sicherlich besser investieren kann.