Steigende Gasnetzentgelte durch KANU: Wie die beschleunigte Abschreibung die Tarife ab Mitte 2025 beeinflusst
  • 28.06.2026

Steigende Gasnetzentgelte durch KANU: Wie die beschleunigte Abschreibung die Tarife ab Mitte 2025 beeinflusst

Die Bundesnetzagentur hat mit dem Festlegungsverfahren KANU neue Richtlinien für die Abschreibung von Gasnetzen beschlossen. Erfahren Sie, warum die Netzentgelte ab der zweiten Jahreshälfte 2025 steigen und was das für Ihren Gastarif bedeutet.

Was verbirgt sich hinter dem KANU-Verfahren der Bundesnetzagentur?

Das Kürzel KANU steht für eine wichtige Festlegung der Bundesnetzagentur zur 'Kalkulation von Abschreibungen von Nutzungsrechten und Vermögenswerten'. Da Deutschland bis zum Jahr 2045 klimaneutral werden möchte, wird auch die Nutzung von fossilem Erdgas schrittweise eingestellt. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Betreiber von Gasnetzen. Bisher wurden die Netzinfrastrukturen über sehr lange Zeiträume von teils bis zu 45 Jahren abgeschrieben. Da die Netze jedoch bis 2045 voraussichtlich stillgelegt oder nur noch in Teilen für Wasserstoff genutzt werden, müssen die Abschreibungszeiträume drastisch verkürzt werden. Die verbleibenden Kosten müssen daher in kürzerer Zeit abbezahlt werden.

Warum steigen die Gasnetzentgelte ab der zweiten Jahreshälfte 2025?

Weil die Netzbetreiber ihre Investitionen nun schneller abschreiben dürfen und müssen, verteilen sich die Restwerte auf deutlich weniger Jahre. Diese beschleunigte Abschreibung wird über die sogenannten Netznutzungsentgelte direkt an die Letztverbraucher weitergegeben. Da die Neuregelungen und Berechnungen der Netzbetreiber schrittweise greifen, ist ab der zweiten Jahreshälfte 2025 mit einem spürbaren Anstieg dieser Entgelte zu rechnen. Da die Netzentgelte einen wesentlichen Bestandteil des Gaspreises ausmachen, führt diese Entwicklung unweigerlich zu höheren Endkundenpreisen bei den Gastarifen.

Was bedeutet diese Entwicklung für private Gaskunden?

Für Verbraucher bedeutet diese Reform, dass Heizen mit Erdgas in den kommenden Jahren kontinuierlich teurer wird. Die Netzentgelte steigen nicht einmalig, sondern voraussichtlich in Wellen, da immer weniger Gasnutzer die verbleibenden Kosten des Netzes tragen müssen. Um die finanziellen Auswirkungen abzufedern, sollten Kunden ihre Gasverträge regelmäßig überprüfen. Tarife mit einer langen Preisgarantie können vorübergehend Schutz vor Erhöhungen bieten, sofern die Netzentgelte in der Garantie inkludiert sind. Langfristig zeigt diese Entwicklung jedoch, dass der Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Nahwärme auch wirtschaftlich immer attraktiver wird.