Ab 2025 wird der Einbau intelligenter Messsysteme in Deutschland schrittweise zur Pflicht. Erfahren Sie, welche Verbraucher betroffen sind, welche Kosten entstehen und wie Sie mit der neuen Technik bares Geld sparen können.
Mit dem Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende hat der deutsche Gesetzgeber den Smart-Meter-Rollout beschleunigt. Ab dem 1. Januar 2025 wird der Einbau intelligenter Messsysteme für bestimmte Verbrauchsgruppen schrittweise verpflichtend. Betroffen sind zunächst alle Haushalte und Gewerbebetriebe mit einem jährlichen Stromverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden (kWh). Ebenfalls zur Pflicht wird der digitale Zähler für Betreiber von Neuanlagen wie Wärmepumpen, PV-Anlagen mit mehr als 7 kWp installierter Leistung oder privaten E-Auto-Ladestationen (Wallboxen). Bis zum Jahr 2030 müssen mindestens 95 Prozent dieser Anschlussnutzer mit der neuen Technologie ausgestattet sein. Verbraucher mit geringerem Verbrauch können auf Wunsch ebenfalls ein intelligentes Messsystem beim Messstellenbetreiber beantragen.
Um die finanzielle Belastung für Verbraucher und Gewerbe im Rahmen zu halten, hat der Gesetzgeber strenge Preisobergrenzen (sogenannte Price Caps) festgelegt. Für klassische Haushalte und kleinere Gewerbebetriebe mit einem Verbrauch zwischen 6.000 und 10.000 kWh im Jahr sind die jährlichen Kosten für den Messstellenbetrieb auf maximal 20 Euro gedeckelt. Auch Betreiber steuerbarer Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG zahlen nicht mehr als diesen Betrag. Erst bei sehr hohen Verbräuchen über 20.000 kWh steigen die gedeckelten Kosten stufenweise an. Demgegenüber steht ein direkter Mehrwert: Durch das automatische Senden der Zählerstände entfällt das manuelle Ablesen vor Ort oder das Schätzen von Rechnungen durch den Versorger.
Die digitale Erfassung des Stromverbrauchs in Echtzeit legt das Fundament für die Energiewelt von morgen. Ab 2025 sind alle Stromanbieter in Deutschland gesetzlich verpflichtet, ihren Kunden dynamische Stromtarife anzubieten. Diese Tarife geben die schwankenden Preise der Strombörse direkt an den Endkunden weiter. Wer seine flexiblen Großverbraucher – wie das Elektroauto oder die Waschmaschine – gezielt in Zeiten mit hoher Wind- oder Solareinspeisung nutzt, profitiert von extrem günstigen, teils sogar negativen Strompreisen. Für Gewerbekunden eröffnet sich durch die feingliedrige Analyse der Lastgänge zudem die Chance, teure Lastspitzen systematisch abzubauen und somit die Netzentgelte dauerhaft zu reduzieren.