Ab 2026 bringt das neue Modul 3 der Bundesnetzagentur zusätzliche finanzielle Vorteile für Haushalte mit Wärmepumpen und Wallboxen. Erfahren Sie, wie Sie durch zeitvariable Netzentgelte Ihre Stromkosten spürbar senken können.
Die deutsche Energielandschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Immer mehr Haushalte setzen auf klimafreundliche Technologien wie Wärmepumpen, Elektroautos mit eigenen Wallboxen und Heimspeicher. Um diesen massiven Zuwachs an elektrischen Großverbrauchern im Stromnetz stabil und effizient zu steuern, hat die Bundesnetzagentur umfassende Neuregelungen für steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach Paragraph 14a des Energiewirtschaftsgesetzes beschlossen. Während die ersten Stufen dieser Reform bereits aktiv sind, steht für das Jahr 2026 ein besonders spannender Meilenstein bevor: die Einführung des sogenannten Moduls 3. Dieses Modul führt zeitvariable Netzentgelte ein, die es Verbrauchern ermöglichen, aktiv von günstigen Netznutzungszeiten zu profitieren. Wer seinen Stromverbrauch in Zeiten geringer Netzlast verlagert, wird direkt belohnt. Dies entlastet nicht nur die lokalen Stromnetze, sondern schont auch den Geldbeutel der Verbraucher erheblich. Für Haushalte mit modernen Energiesystemen bietet sich hier ein enormes Optimierungspotenzial.
Bisher konnten Betreiber von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen im Rahmen der neuen Netzentgeltregelung zwischen zwei Modellen wählen. Modul 1 bietet einen pauschalen Rabatt auf das Netzentgelt, welcher unabhängig vom tatsächlichen Verbrauchsverhalten gewährt wird und besonders einfach in der Handhabung ist. Modul 2 hingegen gewährt eine prozentuale Reduzierung des Arbeitspreises für den tatsächlich bezogenen Strom der steuerbaren Anlage, was sich vor allem bei sehr hohen Verbräuchen auszahlt. Ab dem Jahr 2026 kommt nun das sehnsüchtig erwartete Modul 3 als zusätzliche Option hinzu. Modul 3 führt zeitvariable Netzentgelte ein. Das bedeutet, dass der Netzbetreiber den Tag in verschiedene Zeitzonen mit unterschiedlichen Netzentgeltstufen einteilt. In Zeiten, in denen das Netz typischerweise stark ausgelastet ist, sind die Entgelte höher, während sie in Schwachlastzeiten, wie etwa in den späten Nachtstunden oder um die Mittagszeit bei hoher Solareinspeisung, drastisch abgesenkt werden. Verbraucher haben so die Möglichkeit, durch kluges Planen spürbare Kostenvorteile zu erzielen.
Das neue Modul 3 richtet sich speziell an Haushalte, die über steuerbare Verbrauchseinrichtungen verfügen und flexibel im Umgang mit ihrer Energieplanung sind. Zu diesen Einrichtungen zählen insbesondere Wärmepumpen, private Ladevorrichtungen für Elektrofahrzeuge (Wallboxen), Batteriespeicher sowie Klimageräte mit einer Netzanschlussleistung von mehr als 4,2 Kilowatt. Um Modul 3 jedoch effektiv nutzen zu können, ist eine entsprechende technische Ausstattung im Haus zwingend erforderlich. Ein herkömmlicher, analoger Stromzähler reicht dafür nicht mehr aus. Vorausgesetzt wird ein sogenanntes intelligentes Messsystem, auch bekannt als Smart Meter. Dieses System erfasst den Stromverbrauch zeitgenau und übermittelt die Daten automatisiert an den Messstellenbetreiber und den Energieversorger. Nur durch diese präzise Erfassung im Viertelstundentakt kann das zeitvariable Netzentgelt korrekt abgerechnet werden. Für vorausschauende Haushalte, die ohnehin über eine moderne Gebäudeautomation oder ein Energiemanagementsystem verfügen, ist der Schritt zu Modul 3 der logische nächste Schritt in die digitale Energiezukunft.
Um das Sparpotenzial von Modul 3 ab 2026 maximal auszuschöpfen, sollten Besitzer von Wärmepumpen und Wallboxen schon heute über eine intelligente Steuerung nachdenken. Ein modernes Heim-Energiemanagementsystem (HEMS) kann diese Aufgabe vollautomatisch übernehmen. So lässt sich beispielsweise die Wallbox so programmieren, dass das Elektroauto bevorzugt in den günstigen Nachtstunden geladen wird, wenn die Netzentgelte auf ein Minimum abgesenkt sind. Auch Wärmepumpen können dank thermischer Trägheit von Gebäuden oder durch die Nutzung eines Pufferspeichers gezielt in den günstigen Zeitfenstern betrieben werden, um das Haus aufzuheizen, während sie in den teuren Spitzenzeiten pausieren. Durch diese zeitliche Verschiebung des Energiebedarfs wird der Komfort im Alltag keineswegs eingeschränkt, aber die Stromrechnung sinkt merklich. Je präziser die Steuerung auf die vom Netzbetreiber vorgegebenen Tarifzeiten abgestimmt ist, desto höher fällt am Ende des Jahres die Gesamtersparnis aus.
Die Einführung des Moduls 3 ab dem Jahr 2026 ist ein wichtiger Meilenstein für eine erfolgreiche und bezahlbare Energiewende. Sie schafft finanzielle Anreize für ein netzdienliches Verhalten und belohnt all jene, die aktiv zur Entlastung der Stromnetze beitragen. Haushalte mit Wärmepumpen oder Wallboxen sollten die verbleibende Zeit nutzen, um die technischen Voraussetzungen in den eigenen vier Wänden zu prüfen. Klären Sie frühzeitig mit Ihrem Messstellenbetreiber ab, wann der Einbau eines intelligenten Messsystems bei Ihnen vorgesehen ist, und informieren Sie sich bei Ihrem Netzbetreiber über die zukünftigen zeitvariablen Tarife in Ihrer Region. Wir von Schönberg Energy unterstützen Sie gerne auf diesem Weg und helfen Ihnen dabei, Ihre Energieverträge und Steuerungssysteme optimal auf die neuen Anforderungen abzustimmen, damit Sie ab 2026 von maximalen Einsparungen profitieren können.