Power Purchase Agreements (PPAs) galten lange Zeit als exklusives Werkzeug für Großkonzerne. Doch im Zuge der Energiewende entdecken immer mehr mittelständische Unternehmen in Deutschland die Vorteile dieser langfristigen Stromabnahmeverträge direkt vom Erzeuger.
Ein Power Purchase Agreement (PPA) ist ein langfristiger Stromliefervertrag, der direkt zwischen einem Erzeuger von erneuerbarer Energie (z. B. einem Windpark- oder Solaranlagenbetreiber) und einem Stromabnehmer – in diesem Fall einem mittelständischen Unternehmen – geschlossen wird. Im Gegensatz zum klassischen Strombezug über den Großhandel oder Standard-Gewerbestromtarife wird der Preis hierbei oft für fünf bis fünfzehn Jahre fest vereinbart. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen On-site-PPAs (Anlage direkt auf dem Werksgelände), Off-site-PPAs (physische Lieferung über das öffentliche Netz) und finanziellen bzw. virtuellen PPAs, bei denen lediglich ein finanzieller Ausgleich stattfindet. Für den deutschen Mittelstand sind vor allem die Off-site-PPAs aus der eigenen Region von enormem Interesse, da sie physischen Grünstrom mit lokaler Wertschöpfung verbinden.
Die Energiekrise der letzten Jahre hat gezeigt, wie empfindlich der Mittelstand auf Preisschwankungen am Strommarkt reagiert. Ein PPA bietet hier maximale Kalkulationssicherheit: Durch die langfristige Preisfestschreibung sichern sich Unternehmen gegen zukünftige Marktpreisrisiken ab. Ein weiterer, entscheidender Vorteil ist die 'Additionality' (Zusätzlichkeit) und Regionalität. Wer Strom aus einer bestimmten Windkraftanlage in der Nachbarregion bezieht, kann dies aktiv für sein Marketing und seine Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESG) nutzen. Im Gegensatz zu oft kritisierten Herkunftsnachweisen aus skandinavischer Wasserkraft fördert ein regionales PPA die Energiewende direkt vor der eigenen Haustür.
Trotz der klaren Vorteile standen PPAs für den Mittelstand lange Zeit vor hohen Hürden. Die langen Vertragslaufzeiten und die oft geforderten Mindestabnahmemengen passten nicht zu den flexiblen Strukturen mittelständischer Betriebe. Heute gibt es jedoch innovative Lösungen: Sogenannte Portfolio- oder Multi-Buyer-PPAs bündeln die Nachfrage mehrerer mittelständischer Unternehmen, um gemeinsam als Großabnehmer aufzutreten. Zudem bieten Dienstleister wie Schönberg Energy strukturierte Modelle an, die das Reststromrisiko – also die Absicherung, wenn der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint – über klassische Lieferverträge ausgleichen. Damit wird der Einstieg in die Welt der PPAs so einfach und sicher wie nie zuvor.