Die neue EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) bringt ambitionierte Klimaziele für den Wohnsektor. Erfahren Sie, welche konkreten Sanierungs- und Energieeffizienzvorgaben auf deutsche Immobilienbesitzer zukommen.
Die Europäische Union hat sich mit der Reform der Gebäuderichtlinie (Energy Performance of Buildings Directive, kurz EPBD) ein klares Ziel gesetzt: Bis zum Jahr 2050 soll der gesamte Gebäudebestand in Europa klimaneutral sein. Da Gebäude für rund 40 Prozent des Energieverbrauchs und gut ein Drittel der Treibhausgasemissionen in der EU verantwortlich sind, gilt der Hebel im Wärmesektor als einer der wichtigsten für das Gelingen der Energiewende. Die überarbeitete Richtlinie legt den Grundstein für verschärfte nationale Gesetze und stellt deutsche Immobilienbesitzer vor neue Herausforderungen, bietet aber auch Chancen durch zukunftssichere Modernisierungen.
Im Gegensatz zu ersten Entwürfen, die direkte Sanierungspflichten für jedes einzelne Wohngebäude vorsahen, lässt die finale Fassung der EPBD den Mitgliedstaaten mehr Flexibilität bei Wohnimmobilien. Deutschland muss sicherstellen, dass der durchschnittliche Primärenergieverbrauch des gesamten Wohngebäudebestands bis 2030 um mindestens 16 Prozent und bis 2035 um 20 bis 22 Prozent im Vergleich zu 2020 sinkt. Mindestens 55 Prozent dieser Energieeinsparungen müssen durch die Sanierung der am wenigsten effizienten Gebäude – den sogenannten 'Worst Performing Buildings' – erzielt werden. Für Eigentümer älterer, unrenovierter Häuser steigt damit der Druck zur energetischen Sanierung deutlich.
Ein weiterer zentraler Punkt der EPBD ist die schrittweise Einführung einer Solarpflicht. Neue Wohngebäude müssen so konzipiert werden, dass sie für den Betrieb von Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen geeignet sind, sofern dies technisch und wirtschaftlich machbar ist. Zudem läutet die Richtlinie das schrittweise Ende von fossilen Brennstoffen im Heizungsbereich ein: Bis 2040 sollen fossile Heizkessel komplett ausgemustert werden. Bereits ab 2025 dürfen Mitgliedstaaten die Installation von reinen fossilen Heizkesseln nicht mehr finanziell subventionieren. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, frühzeitig auf nachhaltige Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Fernwärme umzusatteln.