Hohe Wechselprämien locken Jahr für Jahr viele Verbraucher zu neuen Energieversorgern. Doch wie sichert man sich die Bonuszahlungen für Strom und Gas dauerhaft, ohne in versteckte Kostenfallen zu tappen? Unser Ratgeber zeigt Ihnen die besten Strategien.
Wer Tarife für Strom oder Gas vergleicht, stößt unweigerlich auf verlockende Bonusversprechungen. Grundsätzlich wird dabei zwischen zwei Arten unterschieden: dem Sofortbonus und dem Neukundenbonus. Der Sofortbonus wird in der Regel bereits wenige Monate nach Lieferbeginn direkt auf das Bankkonto des Kunden überwiesen. Der Neukundenbonus hingegen wird meist erst am Ende des ersten Belieferungsjahres mit der ersten Jahresabschlussrechnung verrechnet. Für Verbraucher ist es wichtig zu verstehen, dass diese Boni die Energiekosten im ersten Jahr rechnerisch stark senken, die tatsächlichen Arbeitspreise pro Kilowattstunde ab dem zweiten Jahr jedoch oft spürbar ansteigen. Daher lohnt sich der Bonus-Tarif meist nur dann, wenn man nach Ablauf der Erstlaufzeit konsequent wieder wechselt.
Viele Energieanbieter knüpfen die Auszahlung von Bonuszahlungen an strenge Bedingungen. Ein klassischer Fallstrick ist die Mindestvertragslaufzeit von beispielsweise 12 Monaten, gepaart mit einer Kündigungsfrist. Kündigt der Kunde den Vertrag vorzeitig, weil er zum Ende des ersten Jahres wechseln möchte, verweigern einige Anbieter den Neukundenbonus mit der Begründung, dass kein ungekündigtes Vertragsverhältnis über das erste Jahr hinaus bestand. Auch ein Umzug während des ersten Jahres kann zum Verlust des Bonusanspruchs führen. Achten Sie zudem darauf, dass der Bonus nicht an unrealistisch hohe Mindestverbrauchsmengen gekoppelt ist. Unterschreiten Sie diesen Verbrauch, wird die Prämie unter Umständen nicht ausgezahlt.
Um dauerhaft von den günstigsten Konditionen zu profitieren, sollten Privatkunden ein systematisches Wechselmanagement etablieren. Vergleichen Sie Ihre Energietarife idealerweise jedes Jahr rund drei bis vier Monate vor Ablauf der Kündigungsfrist. Nutzen Sie Vergleichsportale, stellen Sie dort jedoch die Filter so ein, dass Tarife mit Vorkasse oder Kaution direkt ausgeschlossen werden. Wer den jährlichen Aufwand scheut, kann auch auf seriöse Tarifaufpasser oder automatische Wechseldienstleister zurückgreifen, die den Prozess im Hintergrund steuern. Vergessen Sie nicht: Der fairste Tarif ist oft derjenige, der auch ohne Einmalboni einen dauerhaft niedrigen Arbeitspreis bietet – dies schont die Nerven und schützt vor bösen Überraschungen im zweiten Vertragsjahr.