Ab 2026 fällt die langjährige Steuererleichterung für Erdgas als Kraftstoff weg. Welche Auswirkungen hat dieses Ende einer Ära auf die allgemeinen Gasmarktpreise, die Mobilitätswende und private Gasverbraucher?
Über viele Jahre hinweg galt Erdgas, insbesondere in Form von komprimiertem Erdgas (CNG) und verflüssigtem Erdgas (LNG), als eine der vielversprechendsten Brückentechnologien im Mobilitätssektor. Um den Umstieg von konventionellem Diesel und Benzin auf das vermeintlich sauberere Erdgas zu forcieren, gewährte der deutsche Staat erhebliche Steuererleichterungen. Diese Begünstigung führte dazu, dass der Energiesteuersatz für Erdgas als Kraftstoff weit unter dem von herkömmlichen Kraftstoffen lag. Viele private Autofahrer, aber auch Speditionen und kommunale Fuhrparks, investierten in entsprechende Fahrzeuge, um von den niedrigen Betriebskosten zu profitieren. Doch die politische Landschaft hat sich grundlegend gewandelt. Im Zuge der ambitionierten Klimaschutzziele und der Fokussierung auf die reine Elektromobilität wurde beschlossen, diese Subventionen auslaufen zu lassen. Das finale Enddatum steht nun fest: Ab dem Jahr 2026 wird Erdgas an den Zapfsäulen steuerlich nicht mehr bevorzugt behandelt, was tiefgreifende Konsequenzen für die betroffenen Akteure und den gesamten Markt nach sich zieht.
Für Verbraucher, die in der Vergangenheit auf ein Erdgasfahrzeug gesetzt haben, bedeutet der Wegfall der Steuererleichterung ab 2026 eine erhebliche finanzielle Mehrbelastung. Durch die Anpassung des Steuersatzes auf das Niveau anderer fossiler Energieträger wird sich der Preis pro Kilogramm Erdgas an den Tankstellen drastisch erhöhen. Da ein Kilogramm CNG einen höheren Energiegehalt als ein Liter Benzin hat, war der Betrieb bisher trotz höherer Anschaffungskosten der Fahrzeuge oft wirtschaftlich attraktiv. Dieser Vorteil schwindet nun fast vollständig. Experten gehen davon aus, dass der Preisaufschlag an den Zapfsäulen viele Halter dazu bewegen wird, ihre Fahrzeuge vorzeitig abzustoßen oder auf alternative Antriebe umzusteigen. Auch für den Schwerlastverkehr, der in den letzten Jahren verstärkt auf LNG als vermeintlich umweltfreundliche Alternative im Fernverkehr setzte, entfällt damit ein wesentlicher wirtschaftlicher Anreiz, was die Logistikbranche vor neue Herausforderungen stellt.
Eine der drängendsten Fragen für Privathaushalte ist, ob das Ende der Steuererleichterung für Kraftstoffe auch die Preise für Heizgas in die Höhe treiben wird. Hier kann zunächst Entwarnung gegeben werden: Steuerrechtlich und regulatorisch handelt es sich um zwei getrennte Bereiche. Die Steuervergünstigung betraf explizit Erdgas, das als Kraftstoff in Fahrzeugen verwendet wird, und nicht das Erdgas, das über das öffentliche Netz an Haushaltskunden zum Heizen geliefert wird. Dennoch gibt es indirekte Verknüpfungen auf dem Gasmarkt. Wenn die Nachfrage nach Erdgas im Mobilitätssektor durch den Wegfall der Subventionen massiv einbricht, könnte dies mittelfristig zu leichten Verschiebungen im globalen und nationalen Gasangebot führen. Große Importeure und Versorger müssen ihre Beschaffungsstrategien anpassen. Da der Anteil von Erdgas im Verkehrssektor im Vergleich zum Wärmemarkt und der Industrie jedoch relativ gering ist, sind direkte, spürbare Preissprünge beim Heizgas allein durch diese Reform eher unwahrscheinlich.
Auch wenn die Abschaffung der Kraftstoff-Steuererleichterung die Heizgastarife nicht direkt beeinflusst, steht sie dennoch im Kontext einer übergeordneten politischen Agenda. Die Bundesregierung verfolgt das klare Ziel, den Verbrauch fossiler Energieträger in allen Sektoren drastisch zu reduzieren. Neben der Besteuerung von Kraftstoffen betrifft dies insbesondere den Wärmesektor durch die kontinuierlich steigende CO2-Abgabe im Rahmen des nationalen Emissionshandels (BEHG). Verbraucher müssen sich darauf einstellen, dass fossiles Erdgas zum Heizen in den kommenden Jahren durch diese CO2-Preise kontinuierlich teurer wird. Die Abschaffung von Privilegien im Mobilitätssektor ist ein Signal dafür, dass der Staat keine fossilen Brückenlösungen mehr künstlich am Leben erhalten möchte. Für Eigenheimbesitzer bedeutet dies, dass langfristig kein Weg an einer energetischen Sanierung und dem Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme wie Wärmepumpen vorbeiführt, um zukünftigen Kostenrisiken zu entgehen.
Angesichts der dynamischen Veränderungen auf den Energiemärkten und den gesetzlichen Neuregelungen sollten Verbraucher proaktiv handeln. Wer derzeit noch ein CNG-Fahrzeug besitzt, sollte die Betriebskosten genau kalkulieren und gegebenenfalls über einen rechtzeitigen Umstieg auf ein Elektrofahrzeug nachdenken, bevor der Wert der Erdgasfahrzeuge auf dem Gebrauchtwagenmarkt weiter sinkt. Für Gaskunden im Haushaltsbereich gilt: Nutzen Sie die aktuelle Marktphase, um Tarife sorgfältig zu vergleichen. Da die allgemeinen Beschaffungspreise für Gas nach den Krisenjahren wieder ein stabileres Niveau erreicht haben, lassen sich durch einen Wechsel zu günstigeren Anbietern mit fairen Konditionen oft spürbare Einsparungen erzielen. Achten Sie dabei auf Vertragslaufzeiten und Preisgarantien, um sich gegen zukünftige regulatorische Preisanstiege und steigende CO2-Kosten abzusichern. Eine fundierte Beratung durch einen unabhängigen Energiepartner wie Schönberg Energy kann Ihnen dabei helfen, die optimale Strategie für Ihre Haushaltskasse zu finden.